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Der Lack ist ab - Wie Elon Musk seine Zukunft verspielt
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Der Lack ist ab - Wie Elon Musk seine Zukunft verspielt

From Hero to Zero. Elon Musk demontiert sich gerade selbst. Ob rechte Agenda, Streit mit Gewerkschaften oder der Cybertruck. Musk ist auf dem absteigenden Ast.
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Elon Musk, der Mann, der oft als moderner Visionär gefeiert wird, steht ebenso häufig im Zentrum kontroverser Diskussionen. Seine Geschäftsstrategien und Entscheidungen, ob bei Tesla, SpaceX, Neuralink oder Twitter, haben nicht nur Bewunderer, sondern auch eine wachsende Schar von Kritikern hervorgebracht. Doch was genau macht Musks Ansatz so polarisierend? Und ist er am Ende nur ein Blender, der ohne sein Führungspersonal völlig verloren wäre?

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Zunächst ist da die Frage der Nachhaltigkeit und Ethik. Musk, der mit Tesla an der Spitze der Elektroauto-Revolution steht, wird oft als Champion der grünen Bewegung gefeiert. Doch hinter dem glänzenden Image der Elektroautos verbergen sich Fragen über die Umweltverträglichkeit der Batterieproduktion, die Herkunft der Rohstoffe wie Lithium und Kobalt und die Arbeitsbedingungen in den Minen, aus denen diese Materialien stammen. Musk scheint diese Bedenken oft zu übersehen oder zu unterminieren, was Fragen über die Authentizität seines Engagements für die Umwelt aufwirft.

Dann ist da Musks Führungsstil. Seine impulsiven Tweets, wie jene, die zu erheblichen Schwankungen im Aktienmarkt führen, zeugen von einer Art von Entscheidungsfindung, die eher an einen Glücksspieler als an einen verantwortungsbewussten CEO erinnert. Seine öffentlichen Äußerungen und Verhaltensweisen, die oft als unkonventionell oder visionär gelobt werden, können auch als unbeständig und unverantwortlich interpretiert werden. Dieser Mangel an Beständigkeit und Verantwortung wirft Fragen über die Langzeitstabilität und Zuverlässigkeit seiner Unternehmen auf.

Überdies ist Musks Umgang mit Mitarbeitern und Kritikern ein weiterer Punkt der Besorgnis. Berichte über harte Arbeitsbedingungen, hohe Fluktuation und eine Kultur der Angst in einigen seiner Unternehmen sind schwer zu ignorieren. Musk erscheint oft als ein Führer, der Kritik und Widerspruch nicht duldet, was eine Atmosphäre der Einschüchterung und des Autoritarismus schafft.

Die Frage ist, ob Musk ein Scharlatan ist, der, viele vor ihm, nur eine geniale Begabung hat: sich und seine Produkte gut zu verkaufen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Musk hat die Fähigkeit, disruptive Strategien erfolgreich umzusetzen. Da, wo andere bisher gescheitert waren, setzt Musk seine Visionen um. Sein “outside of the box” Denken ist sein großer Vorteil. Nicht, dass andere CEOs weniger kreativ wären. Aber treibt Veränderungen an, statt sie eine Kommission zu überlassen. Wo andere Angst vor der eigenen Courage haben, setzt Musk sie um.

Das wäre schon alles super, würde Musk sich nicht auch in die Politik einmischen. Seine Hybris zu glauben, nur weil er reich ist, auch die öffentliche Meinung bestimmen und die Grundlagen einer Demokratie bestimmen zu können, gehen deutlich zu weit. Seine offensichtlich vollkommen rechtslibertären Ansichten sind eine Sache, dass er davon überzeugt ist, diese Ansichten als absolute Wahrheit zu postulieren, ist eine andere.

Generell ist die Frage, ob oligarchische Strukturen, so wie einige Superreiche sie offenbar bevorzugen, nicht frühzeitig bekämpft werden müssen. Nur weil man Geld hat, bedeutet das ja nicht, dass man in allen Dingen richtig liegt.

Links zum Thema

  • Musk’s attempt to silence critics will be heard by one of US’s worst judges
    Twitter (the company that Elon Musk insists upon calling “X”) appears to be hemorrhaging advertisers. And it’s responded to this lost revenue by suing a prominent critic of the increasingly right-wing social media website: Media Matters, a left-leaning organization known for criticizing conservative and GOP-aligned outlets.

  • Musk boosts antisemitic tweet, claims ADL push 'anti-white' messaging
    Musk has posted incendiary tweets for a long time, and his companies, especially Tesla, have faced lawsuits over alleged civil and workers’ rights violations. The Equal Employment Opportunity Commission sued Tesla over alleged racist discrimination and harassment of Black workers this year

  • Musk’s Shadow Rule - How the U.S. gov came to rely on the tech billionaire
    But Musk’s influence is more brazen and expansive. There is little precedent for a civilian’s becoming the arbiter of a war between nations in such a granular way, or for the degree of dependency that the U.S. now has on Musk in a variety of fields, from the future of energy and transportation to the exploration of space. SpaceX is currently the sole means by which nasa transports crew from U.S. soil into space, a situation that will persist for at least another year.

  • Elon Mmusk’s Twitter widens its censorship of Modi’s critics
    “In India, Twitter, Facebook, and other social media companies have today become handmaidens to authoritarianism,” said Arjun Sethi, a human rights lawyer and adjunct professor of law at Georgetown University Law Center. “They routinely agree to requests not just to block social media accounts not just originating in India, but all over the world.”

  • Twitter has approved 83% of censorship requests by authoritarian govs
    Under Elon Musk, Twitter has approved 83% of censorship requests by authoritarian governments. The social network has restricted and withdrawn content critical of the ruling parties in Turkey and India, among other countries, including during electoral campaigns

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Die Welt verändert sich rasant und technische Innovationen sind dabei die wichtigsten Treiber. Unternehmen, die vor einem Jahrzehnt unbekannt waren, beeinflussen nun unseren Alltag und die Art und Weise, wie wir Technologien einsetzen.
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